Samstag, 27. August 2016

Amazon, Netflix, whatever- die Streaming-TV Highlights im September.

Wagner Moura ist Pablo Escobar in "Narcos". Foto: Netflix / Juan Pablo Gutierrez

Natürlich und zuerst: Die "Narcos" kommen zurück zu Netflix. Ob man sich mit der Familie geeinigt hat? Über nachträgliche Änderungen des Drehbuchs ist aber nichts bekannt. Ohnehin steht im September bei Netflix Eigenes im Mittelpunkt. Das Thema Spielfilme ist sogar mit dem Hinweis auf drei Klassiker fast schon abgehakt: In "Pizza, Pizza und 3 Girlfriends" (wer hat sich den Quark ausgedacht- der Film heißt  eigentlich "Mystic Pizza") ist Julia Roberts sogar noch jünger als in "Pretty Woman". Echt. Und zu "Die Reifeprüfung" (Dustin Hoffmann, noch jünger) und "Das Schweigen der Lämmer" ( Jodie Foster, auch ganz jung ) muss man wohl nichts mehr sagen. Vielleicht kommen bei Netflix ja doch ein paar aktuelle Blockbuster und die Presseleute verschweigen sie uns nur.

Okay, laut Plan wird Mitte des Monats der Netflix-Film "ARQ" anlaufen. Außer, dass es ein "Science Fiction Thriller" sein soll, ist nichts bekannt. "The Big Short" ist ein frischer Wallstreet-Krimi mit Ryan Gosling. "Der Richter" ein Krimi ohne Wallstreet. Irgendwie fehlt mir aber ein Film im Programm, der in den letzten Jahren nennenswert Kinokarten verkaufte. "Vanity Fair" mit Reese Witherspoon ist auch schon wieder zwölf Jahre alt. Und "Larry Crowne" alias Tom Hanks trifft zwar auf eine deutlich reifere Julia Roberts- aber fünf Jahre ist das auch schon wieder her.

Zurück zu den Eigenproduktionen. "Narcos" ist in diesem Monat noch lange nicht alles. Die deutschen Netflixe bekommen nach der üblichen "Sky-Verzögerung" im September endlich Präsident Underwood zurück. In Staffel 4 vom "House of Cards" eskaliert neben dem üblichen Krieg gegen alle auch noch der gegen Claire, seine Frau.

Zum Ende des Monats startet Netflix mit "Luke Cage" eine weitere eigene Superhelden-Serie aus dem Marvel-Universum. Mit "Easy" geht eine Anthologie verschiedener Geschichten aus Chicago ins Rennen. Sogar Orlando Bloom soll dabei sein. Und "From Dusk Till Dawn" gibt es nicht nur Filme, sondern auch Serien- Staffel drei gibt es bei Netflix ab September. Allerdings nicht zum Binge-Watching, sondern dosiert mit wöchentlich einer Folge.

Und sonst? "Voll daneben, voll im Leben" ist eine US-Serie von 1999. Die wurde mangels Interesse damals schnell wieder abgesetzt. Nicht weil sie schlecht war- sondern der Zeit voraus. Interessant ist sie auch, weil man da den jungen Seth Rogen und Spider-Man James Franco bei ihren ersten Schauspielereien beobachten kann. Und wem das Kochen auf allen Fernsehsendern nicht reicht: "Chef's Table" ist in Frankreich.

Amazon produziert weniger als Netflix- hat aber die Spielfilme. "Die Tribute von Panem: Mockingjay 2" zum Beispiel. Obwohl der schönen Jennifer nach meiner Meinung mit jedem Teil der "Tribute" die Luft (oder auch die Lust am Thema) ein wenig mehr ausging. Zombies gehen immer, nicht nur beim gerade wieder angelaufenen "Fear the Walking Dead". "Scouts vs. Zombies" ist Splatter-Klamauk für Teenies. "Zoolander 2" ist auch Klamauk und von Ben Stiller. Der darf da Penélope Cruz an den Busen fassen, kann Benedict Cumberbatch zum Mitspielen bewegen und hat noch illustre Gast-Auftritte von Leuten wie Anna Wintour, Sting oder MC Hammer. Sogar Kritiker können ihn manchmal leiden. Irgend etwas macht Ben Stiller richtig. Adam Sandler wird sich wohl ewig fragen, was.

"Paranormal Activity: Ghost Dimension" muss man nicht unbedingt gesehen haben. "Indiana Jones" von eins bis vier muss theoretisch jeder schon mehrmals gesehen haben. Aber es gibt ja noch die Serien. Als Eigenproduktion steht wieder einmal nur "Transparent" auf dem Programm. Na ja- wer es mag. Staffel drei läuft ab 23. September.

"Ash vs. Evil Dead" kommt von Starz zu Amazon Deutschland. "Ash (Campbell) ist Lagerarbeiter, alternder Schürzenjäger und Dämonenjäger - mit einer Kettensäge statt einer Hand. Die letzten 30 Jahre hat er sich davor gedrückt, Verantwortung zu übernehmen, erwachsen zu werden und gegen das Böse vorzugehen. Als eine dämonische Plage die Menschheit auszulöschen droht, ist Ash jedoch gezwungen, sich seinen Dämonen zu stellen - im wahrsten Sinne des Wortes. Doch das Schicksal scheint den ungewöhnlichen Helden nicht aus den bösen Fängen befreien zu wollen..." Na ja, Dämonen- also nicht direkt Zombies. Aber bestimmt mit Kettensägen-Massaker.

"The Path" ist aus mehrerer Hinsicht interessant. Zuerst natürlich die Besetzung. Jesse Pinkman persönlich, ähh, Aaron Paul ist dabei. Dazu Michelle Monaghan. Die war sogar schon auf "Mission Impossible" als Ethan Hunt's Frau. Dazu Hugh Dancy, der als "Profiler" den edelsten aller Kannibalen, Hannibal Lecter, in Serie gejagt und irgendwie auch gemocht hat. Nur ohne die ganz junge Jodie Foster. Bezahlt hat die gewiss nicht billige illustre Besetzung ein Streaming-Dienst. Nein, nicht Amazon. Auch nicht Netflix mit seinem oft bewunderten Riesen-Budget. Sondern Hulu. Und wohl, weil es Hulu bei uns nicht gibt, landet das Werk in Deutschland auch nicht im Fernsehen- sondern bei Amazon. Es geht um eine fiktive Sekte voller Lügen und Intrigen. In den USA war "The Path" für Hulu ein echter Erfolg.

"Life in Pieces" ist eine Sitcom- von CBS. Und das Beste wie immer zum Schluss: "Mr. Robot" ist im Orignal als Staffel zwei ja schon so nach und nach eingetrudelt. Ab 30. September spricht er auch Deutsch.

Maxdome hat die "Star Trek"-Filme gut einen Monat nach Amazon jetzt auch. Und auch "Indiana Jones" eins bis vier. Und "Inception" mit Leonardo di Caprio. Für die meist jugendlichen Streamer vielleicht am interessantesten: Ohne Aufpreis gibt's bei Maxdome Marvels "Agent Carter" und noch zwei Staffeln "Agents of S.H.I.E.L.D." obendrauf.

Dafür bin ich zu alt. Deshalb (das Beste zum Schluss!) noch eine Film-Empfehlung bei Amazons Prime: "Die Entdeckung der Unendlichkeit" über den großen Stephen Hawking. Das ist herrlich gespielter romantischer Kitsch mit ernstem und sogar hoch wissenschaftlichem Hintergrund. Also keine Zombies. Also was für uns Ältere...

Freitag, 26. August 2016

HDR, HDR und HDR: Heute schon verwirrt worden?

Foto: LG

Wollt oder müsst ihr gerade einen neuen Fernseher kaufen? Prima. Wer sich fachlich über elementare Dinge wie HEVC oder HDCP informiert hat, kann sich als Nächstes um die Frage "curved oder flach" kümmern. UHD sollte sowieso klar sein. Danach arbeiten wir uns in das Thema LCD, LED Backlight, OLED oder gar "IGZO" ein. Jetzt fehlt nur noch die Sache mit dem HDR. HDR10? Dolby Vision? HLG? Was zur Hölle?

Denn wenn Sie so weit gekommen sind, dann müssen Sie wahrscheinlich gar keinen neuen Fernseher kaufen. Sie sind entweder Stephen Hawking, Konstrukteur bei Samsung oder reif für ein geschlossenes Haus mit gemeinschaftlichem Fernsehzimmer. Trotzdem: Gemeinsam mit seinen Partnern führt uns LG auf der kommenden IFA die Vorteile von HDR-Inhalten vor.

Derzeit sind die OLED-TV-Geräte von LG die einzigen auf dem Markt verfügbaren Lösungen, die sowohl das offene Format HDR10 als auch Dolby Vision unterstützen, so meldet uns der koreanische Elektronik-Gigant. Und nun gibt es eben auch noch "HLG". Die Abkürzung steht für "Hybrid-Log-Gamma-Technologie". Das klingt toll. Das klingt nach Stephen Hawking.

Der HLG-Standard, so lernen wir, wurde von der BBC in Kooperation mit der japanischen NHK entwickelt. Die Technik nutzt einen singulären Bitstream zur Signalübertragung. Dieser kann sowohl von neuen, HDR-kompatiblen als auch von älteren Empfängern, die kein HDR unterstützen, verarbeitet werden. Prima. Genau hier können wir aufhören. Die Kiste kann es, also muss ich das nicht wissen. Oder?

HLG wurde entwickelt, um HDR-Inhalte via Kabel auszustrahlen und Streaming-Inhalte in höchstmöglicher Qualität bereitzustellen. Zur IFA bietet LG nun die erste öffentliche Präsentation von HDR-Technologie, die HLG-Inhalte mit "High Frame Rate" (HFR) verbindet. Dabei zeigen die Koreaner, die BBC und die European Broadcasting Union Inhalte im "HFR-HLG-Format", die sowohl mit MPEG DASH (IP Streaming) als auch mit DVB-T2-Übertragungstechnik kompatibel sind. HFR sei eine junge Technologie, die statt mit 24 mit bis zu 120 Frames pro Sekunde arbeitet.

Alles klar. "Kein anderer Anbieter kann heute im HDR-Bereich eine vergleichbare Flexibilität aufweisen wie wir mit unseren TV-Geräten", erklärt Brian Kwon, President der Home Entertainment-Sparte bei LG Electronics. "Private Endanwender sind daher mit LG auf der sicheren Seite, egal um welchen HDR-Standard es geht."

Prima. Ich geh dann mal zurück ins gemeinschaftliche Fernsehzimmer.

Horror von ZDFneo - nicht nur für Zuschauer

"The Unborn" Foto: ZDF und Peter Iovino

Die Motive in Horrorfilmen sind so vielfältig wie furchterregend, so lernen wir beim ZDF. Eines haben sie alle gemeinsam: Sie rühren an menschlichen Ur-Ängsten und spielen mit der tiefsitzenden Furcht vor dem Unbekannten. Dennoch - oder vielleicht gerade deshalb - haben sie einen hohen Unterhaltungswert und ziehen die Zuschauer in ihren finsteren Bann.

Oh ja. "The Unborn" aus dem Jahre 2009 ist so einer. Die Kritiken waren, sagen wir mal, gemischt. Es geht um Zwillinge, suspekte Babys und Dämonen. Spätestens seit Roman Polansky "Rosemary's Baby" zur Welt brachte, sind potentiell gruselige Nachkommen ein klassisches Horror-Thema.

Ab morgen gibt es zum zweiten Mal bei ZDFneo eine schöne Horrorfilm-Reihe. Jeden Samstag bis Oktober hat man für uns Rundfunkbeitrags-Zahler Gruseliges zum Abend. Es gibt FreeTV-Premieren zu sehen wie "In Fear", genauso wie zu oft gezeigte Klassiker von "Poltergeist" bis "Die Mothman Prophezeihungen. Dazu jede Menge "geht so"-Filme wie eben "The Unborn". Für die oft jüngeren Fans des Genres auf jeden Fall ein sehr schönes Angebot.

"Die Horror-Reihe in ZDFneo entführt die Zuschauer mit vielfältigen Geschichten und ausgeklügelten Stilmitteln in schaurige Welten. Im Unterschied zu den Figuren im Film kann sich beim Publikum jedoch am Ende des Films Erleichterung breit machen. Der prüfende Blick unter das heimische Bett beweist, dass die gefährlichen Monster nur im Fernseher wohnen", so versichert uns zumindest ZDFneo Redakteurin Dr. Gabriele Weyand.

Na ja. Zusammen mit der ARD hat das ZDF ja auch so eine Art "The Unborn" unterm Bett- und der soll bald rauskommen. Und was ZDF-Programmdirektor Norbert Himmler dieser Tage der FAZ so erzählt hat, dürfte für einige private und nicht Rundfunkbeitrags-finanzierte Anbieter vielleicht auch so eine kleine Horrorfilm-Reihe sein.

Zumindest bei den privaten TV-Sendern ging vor zwei Jahren ein großes Aufatmen um, als die Ministerpräsidenten der Länder beschlossen, ARD und ZDF dürften ihren "Jugendkanal" machen- aber nur im Internet. Wir haben die junge Zielgruppe, so dachten wohl damals RTL & Co. Und die "Anstalten" können sie uns nun nicht wegnehmen. Sollen sie doch im Netz ein wenig mit den YouTubern spielen, was soll's.

Zwei Jahre sind in der digitalen Zeitrechnung sehr, sehr lange. Mittlerweile müssen auch RTL und ProSiebenSat.1 ernsthaft im Internet nach ihrer Zielgruppe suchen und auf einmal könnte sich der einst eher verspottete "Jugendkanal" als gruseliger Poltergeist entpuppen. Sogar für die US-Streaming-Giganten Netflix und Amazon- wenn die im Zusammenhang mit dem deutschen Markt überhaupt irgend etwas erschrecken kann.

Denn eines hat man vor zwei Jahren wohl so nicht gesehen: Die öffentlich-rechtlichen Mediatheken im Netz dürfen laut Auftrag nur "programmbegleitend" sein. Also nur eine Ergänzung des TV-Senders im World Wide Web. Was das Programm begleitet und was nicht, ist oft ziemlich umstritten. Der "Jugendkanal" aber wird ja ein Programm nur im Netz. Da gibt es keinen "Sender" mehr, der "begleitet" werden müsste. Hehe. "Rosemary's Baby" ist noch "The Unborn"- aber schon gruselig. Denn es darf mehr. Theoretisch ist der "Jugendkanal" ein kompletter, vom Rundfunkbeitrag finanzierter und neuer öffentlich-rechtlicher Anbieter im Netz.

Könnte man da eventuell Qualitäts-Serien einkaufen und on demand bereitstellen? So etwa wie hier- nur natürlich auch viel länger? Vielleicht. Zum Glück für die Privaten hat das "junge Angebot" ja im Gegensatz zu den "richtigen Sendern" nur einen sehr begrenzten Etat. Da würde der Bildschirm schnell wieder rauschen, weil das Geld alle ist.

Aber seit "Poltergeist" wissen wir auch, dass sich ganz unheimliche Welten hinter dem Rauschen befinden können. Und Norbert Himmler hat bei der "FAZ" da ein wenig den Schleier gelichtet. "Ein Batzen Geld", also Rundfunkbeiträge, werde beim ZDF in Richtung "neo" wandern. Also zum Kanal ZDFneo, der selbst uns schon positiv aufgefallen ist, weil er jede Menge schöne Serien sendet, die andere so liegen lassen. Und dazu noch die eigentlich beauftragte "Zielgruppe" der "25 bis 49-jährigen" gern auch nach unten austestet.

Und mit dem schönen Batzen Geld kauft ZDFneo dann unter anderem noch mehr tolle Serien. Nein, noch besser: Um "Synergien" auszunutzen, kauft ZDFneo internationale Serien wie "Outcast", "Wayward Pines" und "Fargo" "gemeinsam mit dem Jugendkanal". Gesendet wird dann bei ZDFneo und beim "Jugendkanal" kommen sie on demand rein ins Netz.

"Von unserem Angebot kann Netflix nur träumen", verspricht schon einmal Norbert Himmler und auch wie man es brauchbar anbietet, soll ja weiter fleißig geübt werden. Hehe. Bis zum Oktober läuft auf dem "Jugendkanal" noch "The Unborn". Danach vielleicht für einige "Rosemary's Baby".

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